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Haapsalu
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Haapsalu (deutsch und schwedisch Hapsal, finnisch auch Haapsalo oder Haapasalo; russisch Хаапсалу, Гапсаль) ist eine Stadt in Estland.

Contents


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Geografie

Haapsalu liegt an der Westküste von Estland und ist ähnlich wie Pärnu ein Kurort mit mildem Klima. Wegen ihrer vielen Wasserläufe wird die Stadt in Estland auch das „Venedig des Nordens“ oder „Venedig an der Ostsee“ genannt.

Geschichte

Die Stadt wurde zwischen 1260 und 1270 gegründet. Sie geht auf den hier gegründeten Sitz des Bistums Ösel-Wiek unter seinem Bischof Hermann II. von Buxhoeveden (1230–1285) zurück. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1279, als der damals Hapsal genannte Ort für 300 Jahre zum Zentrum des Bistums wurde. Die beeindruckende, auf einer künstlichen Anhöhe liegende Bischofsburg, die von einer 803 m langen Mauer umgeben und als Ruine erhalten ist, erinnert noch heute an diese Zeit.

Als der Bischofssitz nach Arensburg (heute Kuressaare) wechselte, verlor die Stadt mehr und mehr an Bedeutung. Diese Entwicklung endete erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der deutschbaltische Arzt Carl Abraham Hunnius entdeckte damals die heilende Wirkung des Schlamms von Haapsalu, gründete 1825 ein erstes Sanatorium und etablierte die Stadt schnell als mondänen Kurort. Es wurden Seebäderhäuser und Schlammheilstätten gebaut. Die russische Zarenfamilie Romanow schätzte den Kurort, der früher wie heute besonders im Sommer viele estnische und ausländische Besucher anzieht.

2017 wurde die Landgemeinde Ridala nach Haapsalu eingegliedert. Dadurch vergrößerte sich Haapsalu um eine Fläche von 253 km², aber nur um rund dreieinhalbtausend Einwohner. Neben der eigentlichen Stadt Haapsalu mit über 11.000 Einwohnern auf 10,59 km² besteht die Stadtgemeinde Haapsalu nun zusätzlich aus zwei Großdörfern (Paralepa und Uuemõisa) und 56 Dörfern.

| Jahr | 1934 | 1959 | 1970 | 1979 | 1989 | 2004 | 2014 | 2017 (1) | 2017 (2) | 2018 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 4.649 | 8.567 | 11.483 | 13.035 | 13.035 | 11.876 | 10.316 | 9.946 | 13.210 | 13.142 | 13.196 [ 1 ] |
| Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden | |

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat wird auf vier Jahre gewählt und besteht aus 25 Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Estland 2017 wurde Jaanus Karilaid (Estnische Zentrumspartei) Vorsitzender des Stadtrates.

Bürgermeister der Stadt ist Urmas Sukles (parteilos).

Städtepartnerschaften

Haapsalu pflegt Städtepartnerschaftencite-ref-2[2] mit

• Deutschland Rendsburg in Deutschland (seit 1989)
• Schweden Eskilstuna in Schweden
• Portugal Fundão in Portugal (seit 2004)
• Italien Greve in Chianti in Italien
• Schweden Haninge in Schweden
• Finnland Hanko in Finnland
• Ukraine Uman in der Ukraine
• Palastina Bethlehem in den Palästinensischen Autonomiegebieten
• Lettland Ikšķile in Lettland

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das kulturelle Leben erwacht in Haapsalu im Sommer. Dann finden in dem Küstenstädtchen mehrere Festivals statt.


Hauptartikel

:

Museen der Stadt Haapsalu und des Kreises Lääne

Bauwerke

Die Hauptsehenswürdigkeiten sind das Bischofsschloss, die Promenade (Promenaad), auf der schon Künstler wie Pjotr Iljitsch Tschaikowski und der Maler Nikolai Roerich flanierten, und der Kursaal (Kuursaal, gebaut 1898).

Haapsalu ist reich an Jugendstil-Villen, die nach und nach restauriert werden. Das wahrscheinlich älteste heute noch erhaltene Denkmal für Friedrich Schiller steht seit 1957 im Läänemaa Muuseum der Stadt. Es wurde 1813 auf der nahegelegenen Halbinsel Puhtu (deutsch Pucht) von Dorothea Augusta von Rosen (1781–1826), einer Bekannten von Schillers Frau, errichtet.

Eisenbahnmuseum Haapsalu

Auf den im Bahnhofsareal verbliebenen Gleisen stehen heute historische Lokomotiven und Waggons, und in einem Teil des Bahnhofes ist ein Eisenbahnmuseum untergebracht. Die Fahrzeuge des Museums sollen beim Wiederaufbau der Strecke in einer zu errichtenden neuen Halle untergebracht werden.cite-ref-3[3] Im Gebäude und Außenbereich des Museums fand ein Teil der Dreharbeiten zum Film „Die Kinder des Fechters“ statt.

Ab dem Eisenbahnmuseum verläuft ein ca. 50 km langer Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse bis Riisipere, wo Bahnanschluss nach Tallinn besteht. Der Radweg ist eine Investition der EU und erschließt die lange Strecke zwischen Tallinn und Haapsalu für Radtouristen.

Sage von der Weißen Dame

Die Sage von der Weißen Dame erzählt, dass sich einst ein Domherr in ein Mädchen verliebte und dieses als Chorknabe verkleidet ins Bischofsschloss schmuggelte. Als man die Liaison entdeckte, wurde der Domherr in den Kerker geworfen, wo er verhungerte, während das Mädchen lebendig in die Wand der gerade im Entstehen begriffenen Kirche eingemauert wurde. Seither erscheint dort im mittleren Fenster in den Vollmondnächten des August ein greller Schatten, der Ähnlichkeit mit den Umrissen einer Frauengestalt hat. Jährlich findet zu diesem Zeitpunkt das Festival „Zeit der Weißen Dame“ (Valge daami aeg) statt.

Lindenhof

Lindenhof bzw. Linden (estnisch Ungru) liegt ca. 5 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Haapsalu. Das Gut wurde erstmals 1523 erwähnt. Heute kann man nur noch die Ruine von Schloss Ungru betrachten.

Illustrationen von „Bullerbü“ und das Museum „Ilons Wunderwelt“

Maire-Ilon Wikland, die Illustratorin von Astrid Lindgren, wuchs in Hapsal auf. Als sie später die Abbildungen für die Geschichten über Bullerbü zeichnete, hat sie mehrere Gebäuden Hapsals als Vorbild benutzt. Sie schenkte 300 Illustrationen der Stadt, die im Museum „Ilons Wunderwelt“ ausgestellt werden.

Regelmäßige Veranstaltungen

• Festival für Alte Musik
• Geigenfestival Viiulimängud
• Pjotr-Tschaikowski-Musik-Festival
• August Blues Festival (Augustibluus)
Valge daami aeg

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Evert Horn (1585–1615), schwedischer Feldmarschall
Carl Heinrich Wrangel (1681–1755), schwedischer Feldmarschall
Gustav Adolph Oldekop (1755–1838), Lyriker
Friedrich von Löwis of Menar (1767–1824), russisch-kaiserlicher Generalleutnant, Landmarschall von Livland
Paul von Prittwitz (1791–1856), kaiserlich-russischer Generalleutnant und Senator
• Fürst Alexander Gortschakow (1798–1883), russischer Diplomat, Außenminister und Kanzler
Ferdinand Wiedemann (1805–1887), deutschbaltischer Sprachforscher
Jacques Rosenbaum (1878–1944), Architekt
Johannes Bergfeldt (1886–1960), deutscher Schauspieler
Hedwig Büll (1887–1981), deutschbaltische Missionarin
Nikolai Vekšin (1887–1951), Segler
Fred von Hoerschelmann (1901–1976), deutschbaltischer Hörspielautor
Olev Laanjärv (1942–2007), Politiker und Sicherheitsexperte
Ly Seppel (* 1943), Dichterin und Übersetzerin
Andres Põder (* 1949), lutherischer Theologe, Erzbischof von Tallinn
Leili Pärnpuu (1950–2022), Schachspielerin
Andres Lipstok (* 1957), Ökonom und Politiker
Heiki Kranich (* 1961), Politiker
Heidi Rohi (* 1966), Fechterin
Kaido Kaaberma (* 1968), Fechter
Urve Palo (* 1972), Politikerin
Nikolai Novosjolov (* 1980), Fechter
Eda-Ines Etti (* 1981), Sängerin
Kaia Kanepi (* 1985), Tennisspielerin
Kristina Kuusk (* 1985), Fechterin
Laura Niils (* 1992), Schauspielerin
Katrina Lehis (* 1994), Fechterin

Weitere mit Haapsalu verbundene Persönlichkeiten

Ilon Wikland (* 1930), in Tartu geboren, nach Schweden ausgewandert, Kinderbuchillustratorin
Pjotr Iljitsch Tschaikowski soll seine 6. Sinfonie in seinem Sommerhaus in Haapsalu geschrieben haben.

Literatur

Martin Zeiller: Habsel. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 13 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks

Commons

: Haapsalu

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

• Offizielle Seite
• Deutsche Webseite über Haapsalu mit Bildern
• Bilder aus Haapsalu

Einzelnachweise

cite-note-11. RV0240: POPULATION BY SEX, AGE AND PLACE OF RESIDENCE, 1 JANUARY. Abgerufen am 4. August 2025 (englisch).
cite-note-22. Website Haapsalu, abgerufen am 17. Oktober 2018
cite-note-33. ARENDUSKONTSEPTSIOON. (PDF) Dezember 2020, abgerufen am 1. Juli 2022 (Ewe).